Kurt-Magnus-Preis der ARD 2015 verliehen
01.04.2015 14:15

Preisträger kommen vom hr, NDR, BR, WDR und MDR

 

Mit dem Kurt-Magnus-Preis der ARD 2015 sind am heutigen Mittwoch im Hessischen Rundfunk in Frankfurt fünf junge Radiotalente aus fünf ARD-Anstalten ausgezeichnet worden. Den ersten Preis, dotiert mit 6.000 Euro, erhielt die hr-Journalistin Hadija Haruna. Den zweiten Preis teilen sich mit einer Dotierung von jeweils 5.000 Euro Benedikt Strunz (NDR) und Michael Bartlewski (BR). Mit dem dritten Preis (4.000 Euro) wurde Daniel Schlipf (WDR), mit dem vierten Preis (3.000 Euro) Jan Christian Kröger (MDR INFO) ausgezeichnet. Der Jury gehörten in diesem Jahr die Hörfunkdirektoren Heinz Sommer (hr, Jury-Vorsitzender), Jochen Knuth (NDR, Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission) und Johann Michael Möller (MDR) an.

Hadija Haruna (34, erster Preis) lebt in Frankfurt, wo sie Politologie, Afrikanistik, Volkswirtschaftslehre und Soziologie studierte und mit Diplom abschloss. Weitere Stationen ihrer Ausbildung waren die Berliner Journalistenschule, die dpa, die FAZ, der Tagesspiegel und der Hessische Rundfunk. Hadija Haruna schreibt regelmäßig für verschiedene Printmedien, ist seit 2009 bei YOU FM und zusätzlich seit diesem Jahr bei hr2-kultur tätig. „Uns hat sie vor allem durch ihre fantasievollen und innovativen Zugänge zu schwierigen historischen oder aktuellen Themen überzeugt, mit denen es ihr gelingt, sperrige und komplexe Themen für das Zielpublikum einer Jugendwelle aufzuarbeiten“, so die Jury. Beeindruckt habe besonders ihre Serie zur Entstehung des Nahostkonflikts für YOU FM, die alle Elemente des Radios nutzt.

Michael Bartlewski (33, zweiter Preis) kommt aus München und studierte in Würzburg Medienmanagement. Das Studium schloss er mit dem Diplom ab. Seit 2007 arbeitet er als Radio-, Fernseh- und Multimediareporter für den Jugendfunk des Bayerischen Rundfunks. „Entsprechend den Anforderungen an junge Formate hat uns die frische und unkonventionelle Art überzeugt, mit der Michael Bartlewski seine Themen angeht, die sich nicht zuletzt auch immer wieder um ein Thema drehen, das der jungen Zielgruppe besonders wichtig ist: das Netz“, heißt es in der Jurybegründung.

Benedikt Strunz (34, zweiter Preis) stammt aus Heidelberg. Nach dem Studium der Politikwissenschaften und der Wirtschaftsgeschichte forschte und lehrte er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Bereich Politische Kommunikation, wo er 2014 promovierte. Zugleich arbeitete und hospitierte er bei freien und öffentlich-rechtlichen Radiosendern und volontierte 2011 beim NDR. Seither arbeitet er frei für NDR Info, unter anderem für den Reporterpool. Seine historischen und wirtschaftlichen Kenntnisse seien wesentliche Voraussetzung zur Durchdringung und Darstellung komplizierter wirtschaftlicher und politischer Sachverhalte, so die Jury. Und weiter: „In seinen Arbeiten beweist er seine herausragenden Leistungen als Rechercheur und Reporter sowie seine Fähigkeit, die Ergebnisse seiner Recherchen adäquat und dem Medium Hörfunk entsprechend innovativ umzusetzen.“

Daniel Schlipf (29, dritter Preis) aus Waldbröl im Oberbergischen Land studierte an der Universität Siegen und absolvierte nebenbei Praktika und Hospitationen beim WDR, dem Lokalfunk NRW sowie beim ZDF. Seit 2012 arbeitet er als Journalist für den WDR. „Charmant und im besten Sinne respektlos“, so charakterisiert die Jury die Arbeiten, die Daniel Schlipf eingereicht hat. „Ein Radiotalent mit Mut und unkonventionellen Ideen, die zuweilen sehr entlarvend sein können“, heißt es weiter. Zum Beispiel entwendete der junge Reporter mit Hilfe eines als Techniker getarnten Trickdiebs dem Innenminister das Handy - und das bei einer Veranstaltung zum Thema Diebstahlsprävention.

Jan Christian Kröger (31, vierter Preis) stammt aus Itzehoe. Nach seinem Studium der Journalistik und Politikwissenschaften in Leipzig, das er mit dem Diplom abschloss, arbeitete er unter anderem als Redakteur und Moderator für das deutschsprachige Programm des schwedischen Rundfunks. Schon während seiner Studienzeit sammelte Jan Christian Kröger Erfahrungen bei Lokal- und Online-Radios. Seit 2009 ist er bei MDR INFO als Redakteur, Moderator und Autor beschäftigt. In seinen Arbeiten widmet er sich oft den kleinen, alltäglichen Geschichten. „Damit bereichert er das Radio mit sorgfältig recherchierten und fantasievoll gearbeiteten Beiträgen, die gerade für das Radio so wichtig sind“, urteilt die Jury. „Dabei gelingt es ihm, anhand scheinbar unspektakulärer Ereignisse große Entwicklungen und Fragen deutlich werden zu lassen.“

Der Kurt-Magnus-Preis der ARD wird in diesem Jahr zum 53. Mal vergeben. Die Auszeichnung für junge Journalistinnen und Journalisten der ARD-Rundfunkanstalten ist in diesem Jahr mit Geldpreisen im Gesamtwert von 23.000 Euro verbunden. Der Hörfunk-Nachwuchsförderpreis der ARD, einer der bedeutendsten Hörfunkpreise in Deutschland, wurde 1962 zu Ehren des Rundfunkpioniers Kurt Magnus in dessen Todesjahr gestiftet. Von 1948 an war er Vorsitzender des Rundfunkrats und von 1951 an des Verwaltungsrats des Hessischen Rundfunks.

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