Der große Hörer-Kandidaten-Check zur Bundestagswahl

Der Wahlkampf ist langweilig? Alle erzählen dasselbe? Nix da! Das dynamische Interviewformat der privaten Radiosender zeigt klar und verständlich die unterschiedlichen Positionen der Parteien auf 

Pointierte Hörerfragen trafen auf klare Parteipositionen – Die Spitzenkandidaten Dr. Angela Merkel (CDU), Martin Schulz (SPD), Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE), Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Christian Lindner (FDP) und Dr. Alexander Gauland (AfD) standen in fokussierten Interviews Rede und Antwort. Auf Initiative der Radiozentrale und unter Beteiligung von 47 privaten Radiostationen legten die Spitzenkandidaten ihre unterschiedlichen Positionen u.a. zu den Themen Zukunft, Altersarmut, Sicherheit, Gerechtigkeit und Mobilität dar. 


Berlin, 21. September 2017 – Am kommenden Sonntag wird über eine neue Regierung in Deutschland für die nächsten vier Jahre entschieden und der Wahlkampf nimmt noch einmal richtig Fahrt auf. Und dies zu Recht: Mehr als ein Drittel der Wähler ist noch unentschieden, wem sie ihre Stimme geben. Deshalb wollen die privaten und öffentlich-rechtlichen Radiosender in zwei unterschiedlichen Formaten, den Bürgern für ihre Wahlentscheidung die relevanten Fakten und Informationen prägnant und verständlich liefern – und zwar bei allen Themen, die den Bürgern wichtig sind. Denn was vor allem beim Fernsehduell zwischen Dr. Angela Merkel und Martin Schulz in der Öffentlichkeit bemängelt wurde, war die recht beschränkte Themenauswahl der Befragung. Während daher die ARD-Jugendwellen in einem Kanzlercheck zu Fragen an Merkel und Schulz aufgerufen hatten, haben 47 private Radiostationen und ihre Hörer unter der Regie der Radiozentrale einen großen Kandidatencheck durchgeführt. Die gestellten Fragen wurden im Vorfeld von den Hörern gesammelt und zu sechs Themenkomplexen mit jeweils drei spezifischen Fragen zusammengefasst. Allen Interviewten wurden die gleichen Fragen gestellt, mit der Bitte, diese so kurz und prägnant wie möglich zu beantworten.

Eine Herausforderung für die Politiker aber auch für die renommierte Politik-Journalistin Anja Stein, die seit 2002 als stellvertretende Redaktionsleiterin bei dpa für Audio und Video zuständig ist und die Interviews führte: „Ich habe in meiner Laufbahn schon viele Politiker zu den unterschiedlichsten Themen interviewt, aber dieses Format war auch für mich eine neue Erfahrung. Die Themenvielfalt und die zeitliche Begrenzung haben auf beiden Seiten eine hochkonzentrierte Atmosphäre erzeugt. Meinen Impuls, als Journalisten bei manchen Themen noch einmal ein- bzw. nachzuhaken, musste ich aus Fairnessgründen gegenüber den Befragten oft unterdrücken. Dadurch gelang aber vor allem eine fokussierte und pointierte Interviewführung, wodurch die Hörer prägnante Antworten ohne Ausschweifungen von den Spitzenpolitikern erhalten.

“Die Fragen an die Spitzenkandidaten bezogen sich auf die sechs Themenkomplexe: sicheres, gerechtes, gesundes, lebenswertes, mobiles und zukunftsfähiges Deutschland. Bei den Antworten zeigten sich klare Unterschiede zwischen den Parteien, wie sie die jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen dieses Landes angehen wollen. Beispielsweise bei der Frage nach der Altersarmut, die generationsübergreifend Sorgen bereitet, wurden die teils sehr unterschiedlichen Positionen der Parteien sehr deutlich.Die Frage an alle Spitzenpolitiker lautete: „Altersarmut empfinden viele Hörer als ernsthaftes Problem. Sowohl die Senioren als auch die Jüngeren machen sich Sorgen: Reicht es am Ende – wie hoch werden meine Beiträge steigen? Reicht die Rente zum Leben? Was wollen Sie da tun?“ Auszüge der Antworten (die vollständigen Antworten finden Sie unterwww.radiozentrale.de/deutschland-waehlt):

Dr. Angela Merkel (CDU): „Erst mal muss man sagen, dass erfreulicher Weise der Prozentsatz der Betroffenen von Altersarmut – also bei denen die Rente alleine nicht ausreicht zum Leben – geringer ist, als unter den Jüngeren, wo wir vor allen Dingen das Risiko bei den Alleinerziehenden haben. Hier ist der Prozentsatz deutlich höher, als bei den Älteren. Bei den Älteren haben wir als Sicherung die Grundsicherung eingeführt, damit diese verschämte Altersarmut nicht mehr da ist, damit kein Rückgriff auf die Kinder erfolgt, sondern dass Menschen dann ganz normal die Grundsicherung bekommen.“

Martin Schulz (SPD): „Wir werden in die Rentensystematik eingreifen, damit die Beiträge stabil bleiben, das Renteneintrittsalter mit 67 und nicht mit 70 stabil bleibt und damit die Renten stabil bleiben.“ 

Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE): „Wir müssen dafür sorgen, dass alle einzahlen – auch Abgeordnete, auch Beamte, auch Rechtsanwälte, auch Selbstständige. Die Beitragsbemessungsgrenze muss mittelfristig fallen. Und wir müssen dafür sorgen, dass die Spitzenansprüche abgeflacht werden.“ 

Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): „Erstens: Generationengerechtigkeit in der Rente ist wichtig. Zweitens: Leute, die lange gearbeitet haben, müssen definitiv mehr bekommen, als nur eine Grundsicherung im Alter – deswegen sagen wir Garantierente.“ 

Christian Lindner (FDP): Ich bin dafür, dass die Grundsicherung bei kleinen Renten automatisch ausgezahlt wird. Bei den Jüngeren, bei den unter 50-Jährigen muss die Vorsorge besser werden. Deshalb dürfen die Rentenbeiträge nicht Richtung 22 oder 25 Prozent steigen. Es muss Raum für private Vorsorge bleiben.“ 


Dr. Alexander Gauland (AfD): „Wir haben als junge Partei kein neues Rentensystem – das diskutieren wir noch. Man kann das Schweizer-Modell einführen, dass alle einzahlen.“Neben der klaren politischen Einordnung für die Wähler nimmt das Radioformat aber auch auf die ganz persönliche Seite der Spitzenkandidaten Bezug. In drei Kurzfragerunden durften die Kandidaten nur mit Richtig / Falsch, mit einem Satz, oder der Auswahl einer Antwort aus einer Entweder-Oder-Frage antworten. So erfährt man, welcher Politiker sich in der großen Fußballfrage für Bayern München oder Borussia Dortmund entscheidet, oder wie sie zu der Legalisierung von Cannabis stehen. 

Radiozentrale-Geschäftsführer Lutz Kuckuck zu der Aktion: „Unser Interviewformat zeigt: Wer die richtigen Themen gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet und dann die richtigen Fragen stellt, der bekommt auch klare Antworten von den Politikern. Denn das Vertrauensmedium Nummer eins ist bestens dazu geeignet, politische Positionen prägnant und verständlich aufzuzeigen. So leistet die Gattung Radio sowohl mit dieser Initiative der Privatradios als auch einem weiteren Format „Kanzlercheck: Eure Fragen an Merkel und Schulz“ der jungen Hörfunk-Wellen der ARD einen wichtigen Beitrag, um eine objektive politische Meinungsbildung zu fördern.“Alle Antworten der Spitzenpolitiker werden von den teilnehmenden Sendern ausgestrahlt und in voller Länge auch zum Nachhören ab dem 21. September unter www.radiozentrale.de/deutschland-waehlt online gestellt.


Anlagen 

 

Kontakt für Journalisten – für weitere Informationen wenden Sie sich gern an: Radiozentrale, Grit Leithäuser – grit.leithaeuser(at)radiozentrale.de Tel.: 030 / 325 121 65

Liste der teilnehmenden Radiosender

  • 104.6 RTL
  • 89.0 RTL
  • 89.2 Radio Potsdam
  • 94,3 rs2
  • 98.8 KISS FM
  • Antenne 1
  • ANTENNE BAYERN
  • Antenne MV
  • Antenne Niedersachsen
  • Antenne Thüringen
  • baden.fm
  • Bayernwelle
  • Berliner Rundfunk 91.4
  • bigFM
  • bigFM Saarland
  • DONAU 3 FM
  • ENERGY Bremen
  • Feucht FM
  • Fire Radio FM
  • FluxFM
  • Foerde-Radio
  • HITRADIO OHR
  • HITRADIO RTL
  • LandesWelle Thüringen 
  • R.SH
  • Radio Arabella
  • radio B2
  • Radio Bamberg
  • Radio Brocken
  • Radio Chemnitz
  • Radio Dresden
  • Radio Erzgebirge
  • Radio Euroherz
  • Radio Gong
  • Radio Lausitz
  • Radio Leipzig
  • Radio Neckarburg
  • Radio Nordseewelle
  • Radio Osnabrück
  • Radio Paradiso
  • RADIO PSR
  • Radio Salü
  • radio SAW
  • Radio Seefunk RSF
  • Radio Zwickau
  • ROCKLAND 
  • RPR1.