Drehen Sie das Logo auf!

 

Es sind aufregende Zeiten für Audio- und Radiomacher, plötzlich sind diese gefragt und, ja, beinahe sogar cool! Aber wie überleben Marken in einer Welt, in der die Augen zur Ruhe kommen und Stimme und Gehör immer wichtiger werden? Sind sie darauf vorbereitet? Öffnen wir einmal das große Buch der Marken und überspringen die visuelle Identität, um direkt zu … Moment mal, wo ist das Kapitel über Audio-Identität?
Richtig, es gibt keins.

Glücklicherweise nutzen viele Marken das Radio, so dass sie natürlich einen konsistenten Sound mit unverwechselbaren Image und einer einzigartigen Persönlichkeit aufgebaut haben.
Ahh, nein. Wieder falsch! Die meisten Marken im Radio klingen genau gleich.

Doch das können wir in Ordnung bringen.

Pal Wauters


1. Das akustische Logo

Es ist an der Zeit, über die Persönlichkeit der Audiomarke nachzudenken. Einige Marken haben gesehen, was los ist und sich ein Audio Logo zugelegt. Diese akustischen Markentrigger, Audio-Logos oder Jingles, zahlen als kurze Version am Ende einer Anzeige oder für sich stehend in einer ausführlichen, längeren Version auf jedes Kommunikationsmittel ein. Sie werden z.B. zur Warteschleifenmusik oder am Point of Sale eingesetzt und können einen Podcast oder eine Streaming-Service-Werbung begleiten und sich natürlich gut in die Welt von Alexa etc. integrieren.


Es gibt noch so viel mehr auf diesem Gebiet zu erkunden. Vielleicht können wir etwas von Produzenten wie Pharrell Williams lernen, der jede seiner Produktion mit seinem signifikanten vier-Schläge-Auftakt beginnt.



Interessant, weil solche Signature Sounds nicht unterbrechen, sondern einen Hauch von Persönlichkeit vermitteln. Das Erstellen einer kleinen Phrase oder eines eeinzigartigen Sounds, kann einer Marke helfen sie sofort zu Positionieren. Aus diesem Grund bemerkenswert: Das alte Yahoo-Soundlogo, ganz im Sinne ihrer Mission – "Viel Spaß beim Erkunden":

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2. Signature Sounds

Es gibt Signature Sounds, die sich bequem in unsere Gehirne einnisten und die wir sofort mit einer Marke assoziieren: das Knattern eines Harley-Motors, der festliche Sound beim Hochfahren des Macintosh Computers, der klassische Nokia-Ohrwurm – Sounds, die so eng mit Marken verbunden sind, funktionieren jedes Mal wenn sie gehört werden wie ein kleiner Audio-Werbespot, der durch den Raum schwebt. Dieser Bereich hat sicherlich noch enormes Potenzial: Wie klingt z.B. ein Otis-Aufzug, wie klingt eine Peugeot Hupe, was hört man, wenn man seinen Marriott Hotelzimmerschlüssel umdreht?

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3. Kreation von akustischen Celebrities

Voice-Overs sind zwar selten Markenbotschafter, falls doch, dann sind sie unglaublich mächtig.
Ein besonders gutes Beispiel bildet Motel 6: sie benutzen Stimmgeber Tom Bodett seit 1986. Er ist die Stimme ihrer Weckrufe und er ist der Moderator ihres Podcasts. Anders als in diesem Beispiel, haben die meisten Voice-Overs jedoch nur informellen Charakter und tragen kaum zur Markenpersönlichkeit bei.

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4. Der Vibe

Marken nutzen heute mehr denn je drei Grundemotionen: Freude, Freude und Freude. Der Tonfall von 90% aller Marken ist selbstbewusst, optimistisch und glücklich. Wir brauchen emotionale Vielfalt oder Marken werden austauschbar. Head & Shoulders präsentierte in folgender Kampagne einige interessante "verschiedene" Persönlichkeiten:

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5. Catchphrases

Wenn jemand "geschüttelt, nicht gerührt" oder " yippie yah yei Schweinebacke!“ sagt, weißt dein Gehirn sofort Bescheid, welche Bilder es abzurufen hat. Einige Marken haben auch Sätze, die ihren Weg in die Popkultur finden und zu geflügelten Wörtern werden. Und es ist nicht immer das Markenzeichen.
„I’m lovin it“* hat mit Hilfe von Justin Timberlake seinen Weg in das tägliches Leben der Menschen gefunden. Ein einprägsamer Markenname hilft, wenn Sie jedoch keinen haben, so können Sie jedenfalls Ihr eigenes Markenvokabular erstellen. "Hello Moto"* wurde für den Relaunch von Motorola im Jahr 2016 zurückgebracht und wird regelmäßig von DJs genutzt. "Like a girl"* ist heute auch gleichbedeutend mit Always. Diese Worte zu hören, auch wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen sind, wird uns jedes Mal dorthin führen.


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6. Verbale Identität

Verbale Identität, also wie sich eine Marke sprachlich ausdrückt, wird in bestimmten Award-Shows als Teil der Designkategorie gelistet. Volvo hat sich ans Werk begeben und nahm schließlich dieses Jahr die Auszeichnung des Grand LIA entgegen.
Ob eine Marke nun den Schreibstil klug, elegant, dumm, kalt, simpel, stakkato, blumig, witzig oder technisch wählt – sie kann mit einem klar definierten Stil in der Audiowelt ihre Identität stark verdeutlichen, damit die Leute sagen: "Das klingt nach etwas, was Marke X sagen würde".

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