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Mediennutzung und Freizeitverhalten im Zeitalter des Internets (Timebudget 11)

Zusammenfassung
Urheber forsa. Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH, SevenOne Media (Timebudget 11)
Zielgruppe Deutschsprachige Personen zwischen 14 und 49 Jahren
Fragestellungen Verdrängt das Internet klassische Medien wie Fernsehen oder Radio? Zeigen sich durch die Etablierung des Internets Veränderungen im Mediennutzungsverhalten?
Erschienen 2005
Land Deutschland
Zielsetzung
Die Bedeutung des Mediums Internet wächst stetig, doch die Folgen des Siegeszuges sind ungewiss. Insbesondere die Auswirkungen auf klassische Medien lassen sich bislang nur ansatzweise erfassen. Geht die Nutzung des Internets tatsächlich zu Lasten von Radio und Fernsehen oder ist es vielmehr ein ergänzendes Medium? Diese Frage soll anhand der vorliegenden Studie zu Mediennutzung und Freizeitverhalten beantwortet werden. Die Betrachtung von Reichweite und Dauer der Mediennutzung wird dabei mit einer Einschätzung der Wichtigkeit der Medien verbunden. Daran zeigt sich, ob das Internet als ein ergänzendes oder verdrängendes Medium in der deutschen Medienlandschaft zu sehen ist.
Rolle des Radios
Fernsehen und Radio sind die meistgenutzten Informations- und Unterhaltungsmedien. Während 80 Prozent der Befragten das Fernsehen als wichtig beziehungsweise sehr wichtig einschätzen, sind es beim Medium Radio 74 Prozent und damit auf Platz 2 bei der Befragung nach den wichtigsten Medien. Zwar ist die Bedeutung des Internets in den letzten Jahren auf 58 Prozent gewachsen, doch auch Fernsehen und Radio konnten im Vergleich zu 2004 hinsichtlich der subjektiven Wichtigkeit zulegen. Radio ist während der Internetnutzung das wichtigste Parallelmedium. Bei den 54 Minuten täglicher Internetnutzung hören 56 % der Surfer gleichzeitig Radio. Die verstärkte Internetnutzung geht also nicht zu Lasten von Radio – im Gegenteil.
Studienergebnisse
Die Entwicklungen der Mediennutzung sowie des Freizeitverhaltens stehen im Mittelpunkt der Studie „TimeBudget11“ von forsa in Zusammenarbeit mit SevenOne Media. Über einen Zeitraum von fünfeinhalb Jahren wurden über 9.000 Telefoninterviews mit deutschsprachigen Personen zwischen 14 und 49 Jahren geführt. Die gewachsene Bedeutung des Internets und die dadurch entstandene neue Positionierung der klassischen Medien stand dabei im Mittelpunkt.
Radiohören und fernsehen sind nach wie vor des Deutschen liebste tägliche Freizeitbeschäftigung. 86 Prozent der Befragten sehen jeden Tag fern und 79 Prozent hören täglich Radio. Anderen Medien wie Zeitung (58 Prozent), Internet (40 Prozent) oder Buch (26 Prozent) widmen sich die Deutschen deutlich seltener. Dennoch ist die Dominanz der Medien insgesamt bei der Freizeitgestaltung der Befragten unverkennbar.



Fernsehen und Radio hören sind die beliebtesten Beschäftigungen der Deutschen


Bei der Betrachtung der durchschnittlichen täglichen Nutzungsdauer zeichnet sich ein ähnliches Bild. Fürs Fernsehen investiert der Deutsche im Durchschnitt täglich 193 Minuten. Radio hören liegt mit 173 Minuten nur knapp dahinter. Das Internet hingegen wird nur 54 Minuten täglich genutzt und kommt somit auf einen Anteil von zehn Prozent am Medienzeitbudget. Dabei fällt besonders auf, dass die Befragten Radio sehr stark parallel zu Internet nutzen.



Fernsehen und Radio liegen bei der Nutzungsdauer mit weitem Abstand an der Spitze


Diese Besonderheit der Parallelnutzung wurde im Rahmen der Studie auch bezüglich des Internets untersucht. 27 Prozent der Befragten geben an, häufig gleichzeitig im Internet zu surfen und Radio zu hören. 29 Prozent tun dies zumindest manchmal oder selten. Damit wird die Bedeutung des Radios als wichtigstes Begleitmedium unterstrichen, 56 % der Onliner hörer parallel Radio. Das Fernsehen als zweitwichtigstes Hintergrundmedium liegt mit insgesamt 34 Prozent Parallelnutzung mit dem Internet deutlich vor Zeitschriften (20 Prozent) und Zeitungen (15 Prozent).



56 % der Surfer hören parallel Radio
Fazit
Auch wenn das Internet stetig an Bedeutung gewinnt, zeigt sich doch, dass Fernsehen und Radio durch dieses Medium keinesfalls ersetzt werden. Vielmehr fügt sich das Internet bereichernd in das bestehende Medienangebot ein. Die Betrachtung der gemeinsamen Nutzung verschiedener Medien unterstreicht einmal mehr die Rolle des Radios auch in der Zukunft als steter Begleiter der Menschen im Alltag. Über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg nutzten zwischen 51 Prozent (2004-1) und 63 Prozent (2002-1) Internet und Radio parallel. Die Studie zeigt, dass durch die Etablierung des Internets bisher keine Gefahr für die traditionellen Medien besteht. Wie die Zukunft aussieht, ist jedoch ungewiss. Aktuell ist es die Kombination verschiedener Medien, die zunehmend den Geschmack der Konsumenten trifft.
Steckbrief der Studie

 TitelMediennutzung und Freizeitverhalten 1999-2004: Time Budget 11 
 GrundgesamtheitDeutschsprachige Bevölkerung zwischen 14 und 49 Jahren
 Stichproben9.054 Interviews
 FeldzeitJeweils Sommer 1999, 2000, 2001,2002, 2003, 2004 und Winter 2001,2002, 2003, 2004, 2005
 InstitutForsa. Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH
 Wo zu beziehen?sevenonemedia.de 




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