
DMB (Digital Multimedia Broadcasting)
DMB (Digital Multimedia Broadcasting) bezeichnet ein digitales Daten- und TV-Übertragungssystem für Mobilgeräte (z.B. Handys) via Satellit (S-DMB) oder terrestrisch (T-DMB).
Technik
Technisch gesehen erweitert DMB den Hörfunk-Standard DAB um audiovisuelle Inhalte. Die Kapazität reicht zur Übertragung von drei bis vier TV-Programmen zzgl. Audioprogramme und Datendienste in einem DAB-Ensemble aus. So kann ein Ensemble z.B. aus drei DAB Audioprogrammen und einem DMB spezifischen Videoservice und zusätzlichen Datenservices bestehen.
Einsatz
Die DAB-Abdeckung in Deutschland beträgt ca. 85 %, wobei das existierende Angebot bisher von rund 300.000 Nutzern (Stand 12/05) angenommen wurde. DMB als Erweiterung von DAB könnte die Kundenakzeptanz steigern und damit die getätigten Investitionen in DAB rechtfertigen. Denkbar wäre unter anderem ein Einsatz im Auto, da über DAB jetzt schon Verkehrsdaten (TMC etc.) übertragen werden. DMB-Empfänger können in der Regel auch DAB decodieren. DAB wird weiterhin als reiner Audio-Service erhalten bleiben und die heutigen DAB-Empfänger können weiterhin verwendet werden.
Frequenzzuweisungen für DMB sind in Deutschland für 2006 im Band III und im L-Band zu erwarten. Ebenso eine Aufhebung der restriktiven Leistungsbeschränkung auf 1kW/4KW (Band III/L-Band). In Bayern wurde bereits versuchsweise die Leistung auf bis zu 10 KW im Band III und 6 KW im L-Band angehoben.
Empfangsgeräte
SAMSUNG, LG und Perstel haben auf der IFA 2005 bereits rund 18 verschiedene DMB-Empfängermodelle gezeigt.
Für T-DMB sind noch keine portablen Stand-Alone-Geräte im Markt, verfügbar sind ein USB-Adapter für Laptops sowie ein Empfänger zum Einbau im Auto. Mit einem breiten Angebot von Geräten (Handy, Laptop, PDA, Settop-Box und Stand-Alone) wird noch im ersten Halbjahr 2006 gerechnet. Die IFA 2005 in Berlin gab diesbezüglich bereits eine sehr gute Vorausschau.
Vor- und Nachteile
Vorteile:
Nutzt das bestehende DAB-Netz.
Gute Flächendeckung.
Mobiler Audio- und Video-Empfang.
Nachteile:
"Inhouse"- Empfang noch sehr schlecht.
Uneinheitliche Position der Landesmedienanstalten.
Derzeit noch keine Empfänger für Inhouse-TV- und Radio-Empfang.