
DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terrestrial)
DVB-T ist die Abkürzung für Digital Video Broadcasting-Terrestrial und bezeichnet die terrestrische Variante von DVB, die in Europa und anderen Staaten als Standard für die Übertragung von digitalem Fernsehen verwendet wird.
Mobilität
Durch die systemimmanente Unempfindlichkeit können Sender oder Empfänger auch mobil betrieben werden, ohne dass es Probleme beim Empfang gibt; es existieren bereits DVB-T-Empfänger in Autos der Mittel- und Oberklasse. Der mobile Sende- bzw. Empfangsbetrieb kann unter bestimmten Voraussetzungen bis etwa 250 km/h möglich sein.
Bei ausreichend starkem Signal genügt für den Empfang eine einfache Zimmerantenne, ansonsten ist meist die vielerorts noch vorhandene Hausantennenanlage die optimale Lösung. Portable Fernsehgeräte können so überall dort, wo eine ausreichende Senderdichte vorhanden ist, betrieben werden.
Empfangsgeräte
Der Empfang setzt eine Set-Top-Box oder einen Fernseher mit integriertem DVB-Empfänger (Tuner) voraus, der sich bei einigen Markengeräten auch für 200 bis 450 Euro nachrüsten lässt. Weiterhin existieren preisgünstigere Lösungen (60–80 Euro) in Form von DVB-T-USB-Sticks für PC und Laptop. Die Anschaffungskosten für Empfangsgeräte sind in der letzten Zeit gesunken, so sind die Set-Top-Boxen für unter 100 Euro erhältlich.
Weitere Investitionen können außerhalb gut versorgter Ballungszentren auch für die Antenne nötig sein. Der Empfang von DVB-T ist auch mit der schon vorhandenen Dachantenne für den Empfang von analogem Fernsehen möglich, diese muss aber ggf. neu ausgerichtet werden. Zusätzlich können Kosten für den Austausch des Antennenverstärkers entstehen, da DVB-T teilweise höhere Frequenzen als die bisher üblichen verwendet.
Diese Kosten für Außenantennenarbeiten und Umrüstung können an die für eine digitale Satellitenempfangsanlage heranreichen, wobei via Satellit ein über hundertfach größeres Programmangebot zur Verfügung steht. Allerdings handelt es sich auch im Falle DVB-T um Einmalkosten.
Für den terrestrischen Empfang fallen im Gegensatz zum Empfang via Kabel keine laufenden Gebühren an den Kabelbetreiber an, lediglich die Rundfunkgebühren werden weiterhin fällig.
Verbreitung/Flächendeckung
In Deutschland wird bisher nur in so genannten Startinseln, vor allem den Ballungszentren, auf DVB-T umgestellt. Erst mittelfristig, das heißt bis etwa Ende 2008, ist eine ca. 85%ige Flächendeckung und mindestens 90%ige Bevölkerungsversorgung vorgesehen. Der mobile In-Haus-Empfang (portable indoor; Stabantenne) wird dann auf etwa 20% der Fläche möglich sein, auf weiteren ca. 20% ist mobiler Außer-Haus-Empfang (portable outdoor; Auto, Zimmerantenne) möglich und auf den restlichen ca. 45% ist eine stationäre Außenantenne nötig.
In anderen Ländern, z. B. Italien, Spanien oder Großbritannien, wurde zeitnah fast landesweit umgestellt, jedoch wird das analoge Fernsehen weiterhin parallel ausgestrahlt, was in den deutschen Startinseln seit Mitte 2005 generell nicht mehr geschieht.
Umstellung
Im August 2003 wurde die analoge Verbreitung von Fernsehprogrammen zugunsten der digitalen Verbreitung mittels DVB-T im Großraum Berlin als erstem weltweit eingestellt. Im Jahr 2004 folgten in Deutschland die Region Bremen/Unterweser und das Rhein-Main-Gebiet. Am 30. Mai 2005 startete auch in Bayern das digitale Antennenfernsehen. Im Raum München (Rosenheim) und Nürnberg (Fürth) werden 22 DVB-T-Programme ausgestrahlt. In den baden-württembergischen Ballungsräumen werden SWR und ZDF rechtzeitig vor Beginn der Fußball-WM 2006 umschalten.
Die großen Privatsender haben ihr Teilnahmeinteresse an DVB-T nicht flächendeckend angemeldet. Zukünftig werden ganze Empfangsgebiete wie Mitteldeutschland (Halle/Leipzig + Erfurt/Weimar) oder kleinere Städte (Flensburg, Kassel, Hildesheim, Osnabrück, Göttingen) und das Umland größerer Städte (Nürnberg) zumindest vorerst nur mit öffentlich-rechtlichen digitalen Programmen versorgt.
Die vollständige Umstellung auf DVB-T, also die Abschaffung der analogen Ausstrahlung von Fernsehprogrammen, ist in Deutschland laut Beschluss der Bundesregierung vom 24. August 1998 bis spätestens zum Jahr 2010 vorgesehen. Allgemein soll die Ausstrahlung des analogen Rundfunks (Fernsehen + Hörfunk) in der EU Anfang 2012 enden.
DVB-T – Vor- und Nachteile
Vorteile:
Mobiler Empfang möglich.
Audio und Video (HDTV sehr eingeschränkt) möglich.
Auch Radioprogramme möglich.
Nachteile:
Fehlende Flächendeckung.
Hohe Investitionen für Endverbraucher.
Mehr dazu auch unter:
www.ueberallfernsehen.de