Wege und Formen der Radionutzung im digitalen Zeitalter
Zusammenfassung
| Urheber |
Radiozentrale GmbH |
| Zielgruppe |
Bevölkerung ab 14 Jahren |
| Fragestellungen |
Welche Rolle spielt Radio in dem neuen Medienportfolio und den daraus resultierenden veränderten Nutzungsbedingungen im digitalen Zeitalter? |
| Erschienen |
Mai 2007 |
| Land |
Deutschland |
Zielsetzung
Die zunehmende Medienvielfalt macht dem Nutzer die Auswahl schwer. Durch die technischen Entwicklungen, insbesondere im Internet, ist in den letzten Jahren eine Flut neuer Medien auf den Markt gekommen. Auch Chats, Blogs, Communities etc. buhlen um die Gunst des knappen Medienzeitbudgets.
Dieses ist mit einer täglichen Mediennutzung von durchschnittlich 10 Stunden ziemlich ausgereizt. Wie wirken sich die neuen Medieneinflüsse auf die Radionutzung aus?
Die Ergebnisse der Studie „Wege und Formen der Radionutzung im digitalen Zeitalter“ sollen die Rolle des Radios in einem neuen Medienportfolio und den daraus resultierenden veränderten Nutzungsbedingungen in einer zunehmend mobilen und interaktiven Welt beleuchten. Nicht nur der Siegeszug des „Coffee to Go“ kennzeichnet diese mobile und immer hektischere Welt, sondern auch die Mediennutzung außer Haus.
Die Rolle des Radios
Dank der neuen Übertragungswege und Technologien kommt das Audiomedium Radio bereits auf vielen zusätzlichen Wegen beim Hörer an. Insbesondere die jüngere Generation hat das Radio längst von seinem Stammplatz in der Küche, im Büro und im Auto auch an andere Orte des täglichen Lebens mitgenommen. Im Zeitalter der Konvergenz kann Radio seine Kompetenz als mobiles Medium dadurch noch verstärken.
Die Studie beschäftigt sich mit vier Themenbereichen:
- Mediennutzung außer Haus / Mobilität der Medien
- Kanäle der Radionutzung / Nutzung neuer technischer
- Empfangsmöglichkeiten
- Nutzung von Audioangeboten
- Parallelnutzung von Audioangeboten und PC
Studienanlage
Telefonbefragung (CATI-Omnibus), April 2007
Stichprobe: 1.002 Personen ab 14 Jahren
Auf die Frage nach der Radionutzung innerhalb der letzten 14 Tage, gaben 92,4% der Befragten an, Radio gehört zu haben. Dies entspricht dem Wert aus der Media-Analyse.
Studienergebnisse
Mediennutzung außer Haus
Außer Haus ist Radio das am meisten genutzte Medium, weit vor Plakat und der Zeitung. Radio ist unterwegs im Alltag als Begleiter unverzichtbar. Bei den jungen Befragten liegt die Außer-Haus-Nutzung von Radio mit 89% wesentlich höher als im Durchschnitt.
Mit zunehmender Bildung steigt die Mediennutzung unterwegs an. Schüler haben mit 93,5% die höchste Mediennutzung außer Haus und setzen dabei am stärksten auf Radio. Die iPods und mp3-Player haben, mit ihrer Möglichkeit sich eigene Musikrotationen zusammen zu stellen, das Radio nicht verdrängt.
Kanäle der Radionutzung
Das Radio hat sich im Zeitalter der Konvergenz seinen Platz bei den verschiedenen technischen Empfangsmöglichkeiten gesichert. Insbesondere die jüngere Generation hat das Radio von seinem Stammplatz in der Küche, Büro und im Auto auch an andere Orte des täglichen Lebens mitgenommen. Die neuen technischen Wege ermöglichen es dem Radio noch stärker als früher, seine Kompetenz als mobiles Medium zu unterstreichen.
Und das Wichtigste: Diese Möglichkeiten werden auch genutzt.
Bei den Unter-30jährigen sind die neuen Empfangswege schon selbstverständlich geworden:
-17% hören bereits Radio über das Internet:
Streams klassischer Sender oder spezielle Web-Radios
- 17% nutzen ihr Handy als Radio
-15% hören Radiosendungen via mp3-Player / iPod
Das Handy wird als Multifunktionsgerät genutzt. Und das Autoradio ist und bleibt der wichtigste Übertragungskanal.
Nutzung von Audioangeboten
Durch die unterschiedlichen Nutzungswege und -formen verwischt die Bedeutung des Wortes „Radio“ immer mehr. Längst hat sich Radio im Zeitalter der Podcasts, Downloads und Streams zum Audioallrounder entwickelt. Nicht nur die Übertragungswege sind vielfältig, auch die Audioangebote auf dem Markt sind es.
Bei allen neuen Angeboten und interessanten Audioumsetzungen sind die Radioprogramme aus der Region die wichtigsten und meistgenutzten Audiomedien - auch bei den Jugendlichen.
Bei den Podcasts ist das Radio der beliebteste Lieferant. Die Podcasts von Radiosendern werden häufiger genutzt als die Angebote von allen anderen Produzenten zusammen. Digitale Musikberater bzw. Anbieter von individuell zusammenstellbaren Programmen wie z.B. Last.FM spielen dagegen kaum eine Rolle.
Angebote im Internet wie YouTube oder MyVideo sind bei den Jungen sehr populär. Auch die Streamings der Radiosender stehen bei ihnen hoch im Kurs. Auch bei den Unter-30jährigen spielen die Podcastangebote der Radiosender die größte Rolle: 7% nutzen Podcasts der Radiosender und nur 4,5% die anderen vielfältigen Angebote.
Parallelnutzung Audio und PC
Für die wachsende Gruppe der Internetnutzer spielt Radio eine zunehmend wichtigere Rolle, und zwar als Begleiter und Partner beim Surfen. Aber nicht nur beim Surfen wird Radio gehört. Radio begleitet die große Gruppe der Berufstätigen, von denen viele ihre Zeit im Büro am PC verbringen, durch den Arbeitstag. Im Durchschnitt aller Berufstätigen sind das 4,5 Stunden täglich (ma Radio 2007 I).
Zielgruppe: Parallelnutzer Audio und PC, 14+ Jahre, nach AngebotenBei der Parallelnutzung von Audio und PC sind die Radioprogramme aus der Region die beliebtesten Audiomedien. Bei den jungen Parallelnutzern gewinnt die Audionutzung über den PC in Form von Streams oder Podcasts an Bedeutung. Die populären Angebote wie YouTube oder MyVideo sind bei den Jugendlichen sehr beliebt, aber auch die Radio-Streams werden sehr stark genutzt (16%).
Die Radiosender haben sich als Hauptanbieter von Podcasts etabliert. 7% der jungen Parallelnutzer hören die Podcasts der Radiosender. Andere Podcastanbieter erreichen in Summe nur knapp die Hälfte der Podcastabrufe.
Zielgruppe: Parallelnutzer Audio und PC, 14-29 Jahre, nach AngebotenFazit
Der wichtigste Übertragungskanal bleibt bei Jung und alt das Autoradio. Gerade bei der jungen Zielgruppe liegt die Außer-Haus-Nutzung der Medien deutlich höher als beim Bevölkerungsdurchschnitt. Radio ist außer Haus bei den Unter-30jährigen mit 89% das mit Abstand stärkstgenutzte Medium, weit vor Plakat und Zeitung.
Die vielfältigen digitalen Übertragungswege ziehen auch zahlreiche neue Audioumsetzungen nach sich. Trotz aller neuer Audioformen und -angebote bleiben die Radioprogramme aus der Region die Favoriten; das gilt auch für die Nutzungspräferenz der Jugendlichen. Nach den populären Streaming-Angeboten von YouTube & Co. holen sich die Jungen besonders gern und häufig auch die Radio-Streams via Internet ins Haus. Bei den Podcasts ist Radio der beliebteste Lieferant. Die Podcasts von Radiosendern werden häufiger genutzt als die Angebote aller anderen Produzenten in Summe: 7% der Unter-Dreißigjährigen nutzen Radio-Pods, 4,5% entscheiden sich für andere Podshows. Digitale Musikberater bzw. Anbieter von individuell zusammenstellbare Programmen von Last.FM & Co. spielen kaum eine Rolle.
Interessant auch die Zielgruppe der Parallelnutzer: Mehr als die Hälfte aller PC-Nutzer hören beim Arbeiten oder Surfen Radio. Auch hier stehen die Radioprogramme aus der Region weiterhin an erster Stelle, aber die Audionutzung über den PC in Form von Streams oder Podcasts gewinnt deutlich an Bedeutung.
Steckbrief der Studie
| Titel | “Wege und Formen der Radionutzung im digitalen Zeitalter” |
| Stichprobe | 1.002 Befragte ab 14 Jahren |
| Erhebung | Telefonische Mehrthemenbefragung |
| Feldzeit | April 2007 |
| Institut | tns emnid Medien- und Sozialforschung GmbH |
Präsentation:
Die detaillierten Forschungsergebnisse der Studie „Wege und Formen der Radionutzung im digitalen Zeitalter“ finden Sie in unserer Präsentation zum Anschauen und Downloaden: