Radio Day Kongress 2007: Radio im Zeitalter der Medienkonvergenz - durchgestartet statt ausgebremst?!
Drei Referenten wagten innerhalb der Kongress-Reihe der Radiozentrale einen Ausblick in die Zukunft und legten ihre Positionen dar, wie das klassische Massenmedium Radio auch morgen seine Zielgruppen erreichen kann. Kreative und Medienexperten diskutierten in einer Podiumsrunde die Chancen und Herausforderungen für Radio in der digitalen Welt.
Hören und und lesen Sie im folgenden rein in diese spannenden Zukunftsthemen.
Dr. Häusel: Nicht zu fassen? Die junge Zielgruppe im Radio!
Medienunternehmen wie Consumer Brands müssen sich bei der jungen Zielgruppe „multisensual“ als starke Marken etablieren: Dr. Hans-Georg Häusel hat mit Hilfe des Neuromarketings Ansätze und Konzepte zur erfolgreichen Ansprache der jugendlichen Zielgruppe entwickelt. Das Neuromarketing ist eine noch junge Wissenschaft, die Methoden der Psychologie, der Ökonomie und der Hirnforschung zusammenbringt. Zu den weltweit führenden Experten zählt Dr. Hans-Georg Häusel, Vorstand der Gruppe Nymphenburg Consult.
Wer weiß, wie die Jungen wahrnehmen und fühlen, kann die Markenpositionierung exakt auf diese Zielgruppe zuschneiden und letztlich erfolgreicher sein. Dr. Hans-Georg Häusel, Vorstand der Gruppe Nymphenburg Consult, stellte aufgrund seiner langjährigen Forschungs- und Beratungstätigkeit fundiert und gleichzeitig unterhaltsam dar, wie Marken- und Medienverantwortliche die jungen Konsumenten „zu fassen kriegen".
Wie tickt die Jugend? Dr. Hans-Georg Häusel bringt seine Thesen auf den Punkt:
Podiumsdiskussion "Durchgestartet statt ausgebremst?! Radio im Zeitalter der Medienkonvergenz"
Zur gelernten Rolle von Radio als massenattraktives Dialogmedium kommt zunehmend die Individualansprache. Die digitale Entwicklung wird nicht nur den Alltag der Hörer sondern auch die Anforderungen an die Mediaplaner grundlegend verändern. Wie erreichen die klassischen Medien dann ihre Zielgruppen? Wie gewinnen die Programm-Macher speziell die jungen Hörer? Wie wichtig wird dabei die crossmediale Ansprache sein? Wie lassen sich Communities, User Generated Content / Interaktivität und weitere Web X.0-Aktivitäten einbinden? Wie stellt sich die Werbewirtschaft auf die digitale Zukunft ein, und welche Anforderungen und Wünsche bestehen diesbezüglich an Radio?
Kreative und Medienexperten diskutierten die Frage nach der Zukunftsfähigkeit von Radio:
Ina Tenz, Programmdirektorin
Radio ffn,
Jan Weyrauch, Programmchef
You FM/Jugendwelle Hessischer Rundfunk,
Dirk van Loh, Geschäftsführer
Regiocast Digital,
Dr. Stefan Glänzer, Chairman
Last.FM London,
Ronald Focken,
Geschäftsführer Serviceplan Agenturgruppe. Das Impulsreferat hielt
Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der
Radiozentrale. Moderiert wurde die Runde von
Frank Roth, stellvertretender Chefredakteur
Horizont.

Prof. Drüner: Picture of the Radio-Future
Der Trend- und Innovationsforscher
Prof. Dr. Marc Drüner nahm in seinem Vortrag beim Radio Day die Zukunftsfähigkeit des Radios angesichts der Entwicklungen und Trends durch Web X.0 unter die Lupe. Er ging den spannenden Fragen nach Veränderungen vom Radio- zum Audiomarkt und den Hörgewohnheiten in bestimmten Lebensbereichen nach. Die neuen Möglichkeiten im Netz werden zunehmend auch bei der Nutzung anderer Medien vorausgesetzt. Prof. Drüner rät den Radiosendern daher, Audiotrends aus dem Web proaktiv aufzunehmen. Aus der erworbenen Nähe und Kenntnis um den Hörer heraus, könne dank der digitalen Wege und Möglichkeiten zusätzlich ein ausdifferenziertes, individualisiertes Angebot entstehen – nach dem Motto „Radio, als wäre es nur für mich gemacht.“
Dr. Marc Drüner ist Professor für Marketing und Innovationsmanagement an der Steinbeis-Hochschule Berlin. Darüber hinaus arbeitet er als Geschäftsführender Gesellschafter der „trommsdorff und drüner innovation und marketing consultants“. Die international tätige Unternehmensberatung hat sich besondere Kompetenz im Bereich Web 2.0 und der Übersetzung in branchenspezifische Anwendungen erworben.
Prof. Dr. Drüner fasst die relevanten Audio-/Radiotrends der Zukunft zusammen:
Prof. Brandmeyer: Das Ende der werblichen Sprachlosigkeit
Der frühere BBDO-Chef und scharfe Werbekritiker Prof. Dr. Klaus Brandmeyer
sieht das wichtigste Verständigungsmittel, die Sprache, durch die Werbung lange Zeit an die Wand gedrängt. Gerade TV-Spots und Illustrierten-Anzeigen verkauften zunehmend Emotionen statt Produktleistungen. Das Internet, so der Marketing-Guru Brandmeyer, setze dieser „Werbung für Analphabeten“ und einer „Bilderbesoffenheit“ ein Ende. Denn die Kommunikation der Brand- und Medien-Communities brauche Erzählstoff. Der Konsument informiert sich stärker als je zuvor, er tauscht sich in Netzwerken über Marken- und Medienversprechen aus. Radio als eines der ältesten Dialogmedien bringe gute Voraussetzungen für die Bildung von Communities mit. Und, so Prof. Brandmeyer weiter, durch das verbindende Element der Sprache seien die Medien Radio und Internet besser miteinander verknüpfbar als andere Massenmedien. Eine Chance, die sich Werbungtreibende noch nicht ausreichend nutzbar gemacht hätten. Markenberater Brandmeyer rät der Werbewirtschaft als auch den Medien, sich intensiver mit der C-to-C-Kommunikation der Communities zu befassen, denn sie stellen die dichteste Form von Hörer- und Kundschaft dar und nehmen an Bedeutung zu.
Wie Community-orientierte Konzepte beim Aufbau von Consumer- und Medien-Marken helfen können, hat Prof. Brandmeyer wie folgt auf den Punkt gebracht:
Textzusammenfassungen aller Kongressbeiträge des Radio Day und auch Fotos des Branchentreffs finden Sie unter
www.radioday.de