Spot und Agentur des Monats August 2008: P&P Studios Audio Agentur punktet mit "Klassik-Song"
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 Von links nach rechts: K. Sommer/Radiozentrale, A. Hille/P&P, S. Nierwetberg/P&P, G. Leithäuser, Radiozentrale
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Die Konsumenten haben entschieden: Beim neuen Publikumspreis für Radiowerbung „SpotCharts“ wählten die Hörer im August 2008 den stimmgewaltigen „Klassik-Song“ von der P&P Studios Audio-Agentur für den Kunden Köln Ticket zum ersten Spot des Monats. Herzlichen Glückwunsch!
Stephan Nierwetberg, Geschäftsführer P&P Studios, und Verkaufsleiter Andreas Hille im Gespräch mit der Radiozentrale zu Konzeption, Zielsetzung und den Machern dahinter:
RZ:
Herr Hille, Sie konnten als erste Agentur beim neuen Höreraward der Radiozentrale und ihrer Mitgliedssender punkten. Was bedeutet es Ihnen, vom Publikum selbst und nicht von einer hinter geschlossenen Türen tagenden Fachjury ausgezeichnet worden zu sein?
AH: Ich betrachte die Auszeichnung durch die Hörer als Ehre und wichtige Bestätigung unserer Arbeit. Die Hörer sind schließlich die Zielgruppe, für die wir Spots produzieren. Sie legen andere, emotionalere Bewertungskriterien zu Grunde und beurteilen Spots aus dem Bauch heraus.
RZ:
Herr Nierwetberg, was war Ihrer Meinung nach der ausschlaggebende Punkt für die Radiowerbe-Community, den "Klassik-Song" so hoch zu ranken?
SN: Der Spot ist ein Songspot, wie wir das nennen. Er nutzt im wesentlichen Musik und Gesang als Transportmittel für die Werbebotschaft. Dadurch hebt er sich wohltuend ab, das honoriert der Zuhörer. Die klangliche Umsetzung mit einem schmetternden Tenor im Wechsel mit Chorstimmen ist natürlich gesanglich „astrein“ produziert, man spürt aber dennoch ein Augenzwinkern. All das trägt dazu bei, dass der Spot im Werbeblock nicht nur für Aufmerksamkeit sorgt, sondern auch noch eine weitere, wie wir finden wesentliche Wirkung entfaltet: er unterhält. Auch das wird vom Hörer sicherlich goutiert.
RZ:
Was war die Aufgaben- bzw. Zielstellung des Kunden für diesen Spot? Und wie sind Sie diese angegangen bzw. wie ist der Spot im Sinne der Zielvorgabe angelegt?
AH: Aufgabe war es im Sinne des Claims „Wenn Ticket – dann Köln Ticket“ sicherzustellen, dass Kunden beim nächsten Kartenkauf als erstes an Köln Ticket denken. Das Werbeziel ist und war also, Köln Ticket ins relevante Set der Hörer zu bringen und dort zu verankern.
Köln Ticket verkauft Karten für alle Arten von Veranstaltungen, Konzerte gehören zum Kerngebiet. Was liegt also näher, als Breite und Tiefe des Angebots musikalisch darzustellen?
RZ:
Die Telekom setzt mit Paul Pott und seiner Opernarie aus der britischen TV-Castingshow "Britain´s Got Talent" ebenfalls erfolgreich auf klassische Musik. Zufall oder ein Trend?
SN: Was unsere Produktion angeht sicherlich ein Zufall, denn die Konzeption unserer Spots begann schon Anfang 2007, die Produktion fand im März 2007 statt. Bei der Telekom-Kampagne steht meines Erachtens auch nicht die klassische Musik per se im Vordergrund, sondern der Gänsehaut-Moment, in dem Paul Pott in der Casting-Show die Juroren und das Publikum mit seiner wirklich anrührenden Stimme völlig unerwartet von den Stühlen reißt. Hätte er in dem Moment den Titel „New York, New York“ wie Frank Sinatra gesungen, wäre das vielleicht auch passiert.
RZ:
Ist der Spot eingebettet in eine (crossmediale) Kampagne, und welche Rolle hat Radio hierbei übernommen?
AH: Der Spot ist Teil einer Serie mit vier Motiven, die die Sparten Klassik, Pop/Rock, Sport und Weihnachten abdecken. Die Kampagne folgt der Grundidee, dass die Vielfalt der Angebote von Köln-Ticket durch Medleys dargestellt wird. Die Kampagne ist seit etwa einem Jahr on air. Der Claim und das Audiologo werden auch im regionalen TV zur Bewerbung einzelner Events genutzt. Radio war immer Vorreiter und wichtiger Teil im Mediamix.
RZ:
Wir würden auch gern mehr über die Macher und die Agentur hinter dem Gewinner-Spot erfahren …
SN: Die P&P Studios Audio-Agentur arbeitet seit gut 25 Jahren für Kunden und Sender in ganz Deutschland und im deutschsprachigen Ausland. Unsere Kernkompetenz liegt in der Konzeption und Produktion von Audio-Marketing Produkten, also Funkspots, Jingles und Audiologos und kompletten Corporate-Sound-Pakete. Derzeit arbeiten zehn feste und freie Mitarbeiter für uns.
RZ:
Radio ist ja leider nicht gerade das Lieblingskind der Kreativen. Ihr Tipp für Deutschlands Top-Kreative in punkto Radio?
AH: Radio und Audio-Marketing machen Spaß, wenn man es richtig angeht. Audiokonzepte, die wie bei Köln-Ticket die Stärken des Mediums nutzen und nicht umgemodelte und hinkende Anhängsel von Visualkonzepten sind, sollte man von Fachfrauen und -männern erdenken lassen. Da gibt es keinen Grund für Berührungsängste. Das gilt für Marketingleiter wie für Werbeagenturen. Wir erleben immer wieder selbst, wie spannend es sein kann, wenn Leitbild und Philosophie einer Firma hörbar werden. Dafür gibt es hervorragende Tonstudios und auf Radio spezialisierte Agenturen, die die Kreativen/Agenturen bei ihrer Arbeit gern unterstützen und beraten.
RZ: Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Susanne Baldauf