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Spot und Agentur des Monats September 2008: Grimm, Gallun, Holtappels setzt sich mit Funkpremiere an die Spitze



Von li nach re: M. Schneekloth/alster radio 106!8, S. Baldauf/Radiozentrale,
P. Eggers/Grimm, Gallun, Holtappels,
F. Grimm/GGH, S. Geschke/GGH (mit Doppelklick vergrößern)



Auf gings in die zweite Runde: Im September wählten die Hörer der Radiowerbe-Plattform „spotcharts.de“ das Motiv „Moritz“ des Kunden Mietpool Hamburg zum Spot des Monats. „Moritz, geh sofort auf Dein Zimmer! Wie? Zu Fuß?“ So keck, knackig und knapp warb der Anbieter für große Miet-Objekte via Radio. Verantwortlich hierfür zeichnete die Hamburger Kreativschmiede Grimm, Gallun, Holtappels.



Florian Grimm
Wir haben mit Creative Director Florian Grimm über den Gewinnerspot, Radiowerbung im allgemeinen und die "Moritz"-Macher gesprochen:

RZ: Herr Grimm, Ihnen und dem verantwortlichen Team rund um Art Director Phillip Eggert und Texter Stefan Geschke zunächst herzlichen Glückwunsch zum Hörer-Award.
FG: Dankeschön. Tolle Hörer!


RZ: Das Publikum hat sich in Folge für ein sehr emotionales Motiv entschieden: Legen Hörer durchweg emotionalere Bewertungskriterien zu Grunde?
FG: Generell ist sowohl bei einer Jury als auch beim normalen Hörer die erste emotionale Reaktion ein ausschlaggebender Bewertungsfaktor. Um eine große Menge zu begeistern, muss eine Arbeit schnell funktionieren und sofort in den Bauch schießen. Dafür darf sie dann auch ein bisschen „platter“ sein. Eine Jury hingegen hört die Arbeiten unter anderen Bedingungen und versucht, die echten Spitzen und wirklich neue, ungehörte Ideen herauszufiltern. Da fliegen dann einige Arbeiten raus, auch wenn sie im echten Leben viele Hörer begeistert haben.

RZ: Was bedeutet es Ihnen dann, vom Publikum selbst ausgezeichnet worden zu sein?
FG: Das freut uns wirklich sehr. Eine Hörerschaft ist ja nicht unkritisch und nicht einfach zu begeistern. Das bedeutet außerdem, dass die Arbeit sehr gut funktioniert.

RZ: Was war die Aufgaben-/Zielstellung des Kunden für diesen Spot?
FG: Wir wollten uns vom gewollt seriösen Einheitsbrei der üblichen Immobilienmakler abgrenzen. Nur weil man eine große Bude mieten möchte, will man nicht gleichzeitig von einem „Möchtegern-Anwalt“ beraten werden. Hohe Mieten müssen ja nicht den Humor ausschließen.



RZ: Kompliment: Sie haben dabei in zehn Sekunden eine Geschichte einprägsam erzählt. Standen Sie vor der Herausforderung, im Block aufzufallen oder war das eher ein guter Budgetgrund?
FG: Zuerst war die Idee. Wir hatten die auf 15 Sekunden angelegt, weil das Budget nicht das dickste war. Bei der Aufnahme haben wir bemerkt, dass die Geschichte wunderbar in zehn Sekunden zu erzählen ist. Das war natürlich toll, weil so noch ein paar mehr Schaltungen möglich waren.

RZ: War das für den Kunden eine Radio-Premiere? Mit welchem Erfolg?
FG: Ja, war es. Den Erfolg können wir bei dem Budget natürlich nicht messen, aber unser Kunde hat viele positive Reaktionen erhalten. Dieser Preis hier war eine davon (schmunzelt).

RZ: Das Motiv „Moritz“ gehörte zu einer Serie aus drei Radiospots. Warum haben Sie für Mietpool Hamburg ausschließlich auf Funk gesetzt?
FG: Wir haben uns für Funk entschieden, weil er lokal sehr gut und plakativ einsetzbar ist. Wir fanden das Medium einfach am lebendigsten.


RZ: Radio ist ja leider nicht gerade aller Kreativen Lieblingskind. Haben Sie einen Tipp für Funkmuffel-Kollegen?
FG: Ist das ein Problem der Kreativen? Wenn man sich mal die Funkspots anschaut, die bei Wettbewerben gewinnen, ist das Niveau doch recht hoch. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass Funk so selten für Markenwerbung eingesetzt wird und häufig was Promotionales hat. Und bei einem Spot für ein Autohaus-Eröffnungswochenende z.B. sind oftmals so viele Pflichtinhalte unterzubringen, dass wenig Luft für Kreatives bleibt.

RZ: Vielleicht doch ein kleiner Tipp für Radiodeutschland? Was könnte bezüglich Radiowerbung besser gemacht werden?
FG: Mehr Marke, weniger „Verkofe“. Mehr Ruhe, weniger gedrückte Off-Sprecherstimmen.

RZ: Wir würden auch gern mehr über die Macher und die Agentur hinter dem Gewinnerspot erfahren…sagen wir, in fünf Sätzen:
FG: Wir sind 24 Mitarbeiter. Wir teilen unsere Kreation nicht nach Medien auf, sondern nach Idee und Gestaltung. In der Idee werden medienübergreifend Konzepte erarbeitet. In der Gestaltung haben wir dann Spezialisten für die unterschiedlichen Medien, die sich um eine exzellente Umsetzung kümmern. Wir sind eine moderne klassische Agentur ohne Fokus auf spezielle Medien.

RZ: Vielen Dank für das Gespräch - und auf viele weitere kreative Spots à la „Moritz“!

Das Interview führte Susanne Baldauf.
Den Gewinnerspot des Monats September können Sie hier anhören.
Mehr über die Agentur, ihre Kunden und Konzepte



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