Medientage München 2009: Radio Summit - New Business, New Radio, New Formats
Zusammenfassung des Radiozentrale-Panels auf den Münchner Medientagen 2009
Der Hörfunk bleibt auch in Zukunft ein spannendes und relevantes Medium. Dies ist das Fazit des Radio Summit im Rahmen der MEDIENTAGE MÜNCHEN. Bei der Veranstaltung der Radiozentrale Berlin beleuchteten Experten in Impulsreferaten und einer anschließenden Diskussion über Werbewirkung, Kreation und eine multimediale Zukunft aus unterschiedlichen Perspektiven
die Mediengattung Hörfunk.
Radio sei oftmals argwöhnisch beäugt worden, entpuppe sich nun aber doch als dasjenige Medium, das am besten zu Online und Multimedia passe, stellte Panel-Moderator Berthold Brunsen, Geschäftsführer von Radio Bremen Media, fest. In einem Impulsreferat verdeutlichte Geoff Lloyd, Starmoderator bei Absolute Radio UK, wie authentisches und lebensnahes multimediales Radioprogramm gestaltet werden kann. Für den Gast aus London bedeutet Radio Kommunikation, und der Hörfunk muss am alltäglichen und reellen Leben teilnehmen - und auf allen digitalen Wegen und Kanälen für den Hörer verfügbar sein.
Als eine internationale Marke hat sich Radio Energy etabliert. Dessen Geschäftsführer Christophe Montague stellte verschiedene Erlösmodelle vor, wie sie NRJ in Frankreich oder auch in Finnland entwickelt hat. Montague zeigte sich überzeugt, dass sein Konzern auch im Bereich New Media Erlöse erzielen kann. „Wir experimentieren viel“, zeigte sich Montague optimistisch.
In einem weiteren Referat widmete sich Christoph Wild, Leiter der Werbe- und Marktforschung der ARD-Werbung, neuen Ergebnissen einer aus der Neuropsychologie entwickelten Werbewirkungsstudie. Deren Fazit: Radiowerbung wirkt auch ohne Aufmerksamkeit, also unterbewusst, und kann insbesondere in relevanten Zielgruppen Kaufimpulse setzen. Dafür müsse ein guter Werbespot aber grundlegend einen Belohnungsanreiz für den Hörer schaffen.
In der anschließenden Diskussion wünschte sich Florian Grimm, Partner und Geschäftsführer der Werbeagentur Grimm Gallun Holtappels, deutlich unterhaltsamere Radiowerbung. Grimm weiß allerdings auch, dass qualitativ gute Werbespots nicht unbedingt jene „Abverkaufsimpulse“ schaffen, wie sie sich die Kunden oft wünschen. Wolfgang Schuldlos, Geschäftsführer der Full-Service Media-Agentur Zenithmedia, räumte ein, dass es für diesen Konflikt keinen „Stein der Weisen“ gebe, und man sich schließlich am Erfolg einer Kampagne orientieren müsse.
Bei einem abschließenden Exkurs zu der Frage, wie sich Radio künftig entwickeln werde, freute sich Christian Schalt, Geschäftsführer der Stationen 94,3 rs2 und 98,8 Kiss FM, darüber, dass sich in der Verknüpfung des Hörfunks mit dem Internet Communities identifizieren lassen. Rainer Tief, Leiter des Programmbereichs Multimedia und Jugend beim Bayerischen Rundfunk, erwartet, dass sich Radio verstärkt von seiner bisherigen linearen Form lösen werde. Erfolge mit ersten Formen, bei denen Radioprogramm vom Hörer selbst zusammengestellt und quasi „neu sortiert“ werden könne, sehe der Bayerische Rundfunk bereits bei seinem Podcast-Mix-
Angebot.