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Spot des Monats Februar 2010: radiokreaktiv für den Kunden Hahn & Brause



Jens Tippenhauer ("radiokreativ"), Lutz Kuckuck (RZ)
Beim Voting der Spotchart-Community hat die Agentur "radiokreaktiv" den Montssieg im Februar für den regionalen Kunden "Hahn & Brause" gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

Wir sprachen mit "radiokreaktiv"-Geschäftsführer Jens Tippenhauer " aus Berlin:

Radiozentrale (RZ): Im Gewinnerspot arbeiten Sie mit einer dialektgefärbten Männerstimme: Hartmut, der zudem noch lispelt … Ging es in der Konzeption in erster Linie um die regionale Färbung oder um die humorvolle Darstellung des Charakters?
"radiokreaktiv"/Jens Tippenhauer (JT): Um eine Mischung aus beidem: Diesen Hartmut gibt es wirklich. Ein sympathisches Original aus meiner Nachbarschaft. Eine typische Berliner Kodderschnauze. Der hat immer was zu erzählen, zu fast allem eine Meinung parat. Und das auf seine so ganz eigene, sympathische und immer hilfsbereite Art. Hartmut ist ehrlich und neidfrei. Daher ist er ein guter Werbe-Charakter für den Kunden Hahn & Brause aus Berlin.

RZ: Würden Sie auch einem nationalen Kunden raten, seine Werbung jeweils zu regionalisieren? Wenn ja, in welchem Fall?
JT:
Das könnte in vielen Fällen passen und damit für zusätzliche Nähe und Imagepunkte sorgen. Und produktionstechnisch wäre das auch erschwinglich. Es reicht aber nicht aus, einen Text eins zu eins zu übersetzen in einen anderen Dialekt. Es ist darauf zu achten, dass bestimmte landestypische oder ortstypische Formulierungen zum Einsatz kommen. Und ein Dialekt darf nicht „prollig“ klingen. Das müssen schon ortskundige Texter/Sprecher sein. Die Aussprache ist wichtig, es muss natürlich klingen, als sei er von der Strasse weggecastet worden. Das gibt dem Hörer das Gefühl, dass hier einer von ihnen spricht. Somit wird dann eine Radiowerbung schnell zur Empfehlung, zur Mund zu Mund-Propaganda. Später wird sich der Hörer kaum erinnern, von wem er das gehört hat – statt mit einer Werbeperson verbindet er die Aussage mit einer realen Person. Und was positiv in Erinnerung bleibt, wird auch weiter gegeben. Und nicht zu vergessen: jede Stadt hat ihren eigenen Sound, ihre eigene Soundkulisse.

RZ: Kam Hartmut in Berlin-Brandenburg an? Und vor allem: War er erfolgreich für Hahn & Brause im Einsatz?
JT:
Ja – und wie!  Er hat richtig eingeschlagen. Das Sanitärfachgeschäft Hahn & Brause wird nicht so eben mal entdeckt, es liegt nicht so verkehrsgünstig, dass es von einem hohen Publikumsverkehr profitieren könnte. Hahn & Brause musste daher gegen steuern – es war sogar im Gespräch, diesen Standort zu schließen. Die Alternative: Den potentiellen Kunden direkt ins Geschäft lotsen. Denn es wird ja auch eigentlich nicht so eben en passant ein Wasserhahn mitgenommen. Das wird geplant. Eine Premiere im Radio bot sich an – der Kunde wollte zunächst auf einen zweitägigen Testflight setzen. Da der Zeitpunkt auch noch ungünstig zwischen zwei Feiertagen lag, riet ich unter Mediagesichtspunkten von zehn Ausstrahlungen an zwei Tagen ab. Aber die Kreation war so auf den Punkt, dass der Spot trotz geringer Frequenz eingeschlagen hat wie eine Bombe: Der Laden war rappelvoll. Und das ausschließlich aufgrund der Radiowerbung. Das konnte nachgewiesen werden, da der Spot immer wieder von den Kunden rezitiert wurde. Und aufgrund dieses großen Erfolges wurde aus dem Testflight eine ganze Radio-Kampagne mit mehreren Spotmotiven. Diese wird entsprechend der Zeiten, in denen verstärkt renoviert wird, eingesetzt: die nächsten Spots kommen im April/Mai. Soviel sei verraten: Der Claim „Sehen, Anfassen, Mitnehmen“ wird hier wieder wörtlich genommen – Anfassen der Produkte strengstens erlaubt!

RZ Eine außergewöhnliche Radiokampagne. Eine Agentur mit ungewöhnlichem Namen. Was und wer steckt hinter “radiokreaktiv“?
JT:
Ursprünglich sollte die Agentur „radioaktiv“ heißen – das Wortspiel „strahlen – ausstrahlen“ war bewusst gewählt. Aber leider war die entsprechende Domain bereits vergeben. Aus der Kombination aus aktiv und kreativ wurde dann unser finaler Name geboren. Und der ist äußert einprägsam – einmal geschrieben, gerät er nicht mehr in Vergessenheit.

RZ: Also vornehmlich kreative Leistungen im Radio – wie weit geht Ihr Angebotsspektrum?
JT:
Wir bieten den Kunden Fullservice-Lösungen an: Von der Strategie zur Zielgruppenanalyse, dem Mediaplan, zur Konzeption bis hin zum sendefertigen Spot. Das ganze Portfolio mit dem Schwerpunkt Audio bzw. Radio. Dafür arbeiten wir mit einem festen Team von vier Personen. Zusätzlich gibt es einen Stab von mehr als 30 freien Mitarbeitern. Das sind zum Teil auch externe Texter oder Synchronsprecher bzw. Schauspieler. 

RZ: Wie wichtig sind denn prominente Stimmen für den Erfolg eines Werbespots?
JT:
Prominente Stimmen funktionieren meines Erachtens nur dann, wenn ich das Konzept auch auf eine aktuelle Rolle zuschreibe. Ein Beispiel: Als der zweite Teil des Kinohits Sister Act im Kino lief, haben wir für die Autovermietung Turtlerent einen Spot mit der markanten Synchronstimme von Whoopi Goldberg in ihrer chaotisch-aktiven Art konzipiert. Das saß und wurde von allen richtig zugeordnet.

RZ: Auch die Kampagne für Hahn & Brause saß. Gratulation zum Spot des Monats – und wir freuen uns auf viele weitere erfolgreiche Spots aus dem Hause radiokreaktiv. Vielen Dank für das Gespräch!
 

Hier können Sie den Gewinnerspot auf www.spotcharts.de anhören.




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